TechCrunch Disrupt Europe Hackathon Berlin: Eventbericht

Vier anstrengende und interessante Tage sind nun vorüber. Nun ist die optimale Zeit, um einen kleinen Bericht über das Event zu verfassen, da die Erlebnisse zum einen noch frisch im Kopf sind, zum anderen auch schon ein wenig Abstand zu den Ereignissen gewonnen wurde und damit eine objektivere Sichtweise möglich. Der Bericht ist in die einzelnen Tage untergliedert und beginnt mit der Anreise:

Tag 1: Anreise

  • 12:00 Treffen von Philipp, Matthias und Alexander im Gasthaus auf der Wies in der Leonfeldner Straße und Einnahme des Mittagessens
  • 13:00 Abholen von Adriana von Ihrem Arbeitsplatz
  • 16:00 Besuch bei Pollin Elektronik in Pförring und Kauf von 3 Geigerzählern, da die von SparkFun aus Amerika bestellten Geigerzähler nicht rechtzeitig eingetroffen sind.
  • 22:00 Ankunft bei Hotel in Berlin

Tag 2 & 3: Hackathon

  • 09:00 Der Tag beginnt mit einem Frühstück bei McDonalds.
  • 10:30 Ankunft am Veranstaltungsort. Die Veranstaltung findet in der Arena Berlin (Eichenstraße 4) statt und scheint ein altes Industriegebäude zu sein:_tch_berlin_1Die Arena befindet sich im „Szene-„Bezirk Berlin-Kreuzberg. Da noch etwas Zeit bis zum Einlass ist, entschließen wir uns zu einem kleinen Rundgang durch die Gegend. Auffallend sind die überall präsenten Graffitis:_tch_berlin_2
  • 12:30 Einlass in Arena. In der Arena sind 49 runde Tische in einem quadratischen 7 x 7 Raster angeordnet. Dadurch, dass wir fast als Erster in die Halle gekommen sind, konnten wir uns den Platz aussuchen. Die Wahl fiel auf den Platz genau in der Mitte des Quadrates.
  • 12:45 Die Laptops sind aufgebaut, der Lötkolben vorgewärmt. Die Motivation ist hoch. Zunächst sind jedoch noch einige administrative Tätigkeiten notwendig: Anlegen von Repositories, MySQL Datenbanken, FTP Zugänge, etc. . Ebenfalls bereit ist das Mittags-Buffet, welches wir uns gut schmecken lassen.
  • 13:05 Das Coden beginnt. Viele Personen zeigen sich sehr interessiert an unserem Projekt, unter anderem der TechCrunch Journalist Anthony Ha. Er führt ein Interview mit uns, welches wenig später auf dem TechCrunch-Blog veröffentlicht wird.
    Philipp:_tch_berlin_3Matthias:_tch_berlin_4Alex:_tch_berlin_5
  • 17:00 Der von Polling gekaufte Geigerzähler-Bausatz funktioniert anscheinend nicht richtig. Die Ausgangsspannung liegt bei nur 10 V – benötigt werden 400 V. Lange Gesichter bei allen Beteiligten: _tch_berlin_6
  • 18:00 Abendessen steht bereit.
  • 18:19: Der von Anthony Ha verfasste TechCrunch-Post ist online. Diese Nachricht sorgt für einen ordentlichen Motivationsschub.
  • 19:14 Philipp behebt erfolgreich das Geigerzählerproblem. Der Boost-Converter-Regelungs-IC war verkehrt eingebaut, was wegen der nicht vorhanden IC-Markierung im Bestückungsplan leicht möglich ist. Wir sind wieder voll auf Kurs.
  • 00:00 Allgemeine Müdigkeit macht sich breit. Zur Motivation stellt TechCrunch nun Bier bereit. Unser Team macht sich daran, den Ballmers Peak zu verifizieren. Kurz nachdem das erste Bier geleert wurde, entschließt sich TechCrunch uns spontan über den Stand der Dinge zu interviewen. Das Ergebnis lässt sich in diesem Video betrachten.
  • 00:30 Wir kämpfen gegen das Einschlafen und gegen die Bugs. Eine Bestätigung des Ballmers Peak steht zumindest auf meiner Seite noch aus. Mir setzt das Bier eher zu, als das es mir hilft.
  • 01:00 Nichts geht mehr. Nach einer kurzen Runde frische Luft schnappen organisieren sich Matthias und ich zwei Club-Mate beim Zalando-Stand.
  • 02:00 Die Müdigkeit wird von der massiven Koffeindosis und wiedereinsetzender Motivation verdrängt.
  • 03:00 Das Gesamtsystem funktioniert im Prototypenstadium mit zwei Sensorknoten. _tch_berlin_7Philipp beginnt mit dem Zusammenbau des dritten Geigerzählers.
  • 05:00 Mittlerweile sind nur mehr ein Drittel aller Teams anwesend und nur mehr gut 10 % aller Teilnehmer aktiv. Wir entschließen uns das Projekt einzureichen und ebenfalls eine Stunde zu schlafen.
  • 06:00 Wir sind wieder wach. Nun beginnt das Warten auf das Frühstück.
  • 07:00 Juhu, das Frühstück ist da. Nach den opulenten Buffets des Vortages ist die Erwartung hoch. Wir werden enttäuscht mit einer Kombination aus vier verschiedenen Fertig-Süßigkeiten. Nach dem Frühstück beginnt das Warten auf das Ende der Einreichfrist (09:30). Am Code werden noch letzte Verbesserungen durchgeführt.
  • 09:30 Der Hackathon ist offiziell vorbei. Die eingereichten Projekte werden durch das TechCrunch Team gesichtet und eine Reihenfolge für die Präsentation auf der Bühne festgelegt.
  • 10:20 Ursprünglich hätten wir die Präsentations-Reihenfolge um 10:00 erfahren sollen. Tatsächlich wird es 10:20 und nun muss alles schnell gehen. Innerhalb von 10 Minuten müssen wir den Saal räumen und unser ganzes Equipment inklusive unserer selbst in den angrenzenden Saal verfrachten. Die meisten Teams sind mit MacBook+Netzteil angereist, wir stehen mit einem vollen Versuchsaufbau samt Werkzeugen und Messgeräten dar. Wir helfen zusammen und schaffen es innerhalb der Frist in den Saal._tch_berlin_8
  • 10:30 Kaum sitzen wir im Saal werden wir auch schon aufgerufen (#17) um hinter die Bühne zu kommen. _tch_berlin_9Dort werden wir der Reihenfolge nach aufgestellt, mit Funk verkabelt und warten auf unseren Auftritt. Jedes Team hat genau 60 Sekunden, um die eigene Idee zu präsentieren. Danach gibt es noch ca. 10 Sekunden Bonuszeit, dann wird man durch das Moderationsteam abgewürgt. Insgesamt präsentieren 91 Teams ihre Ideen.
  • 11:xx Wir sind an der Reihe. Die Nervosität ist maximal, während des Auftritts selbst funktioniert alles hervorragend: Video. Wir ernten den lautesten Applaus bis jetzt. Nach dem wir die Bühne verlassen haben, werden wir erneut von einem TechCrunch Journalisten interviewt.
  • 12:20 Es findet eine kurze Pause statt. Was fehlt ist das angekündigte Mittagsbuffet. Infolgedessen macht sich der Hunger bemerkbar.
  • 13:xx Nach (gefühlt) unendlich langer Wartezeit werden die Gewinner verkündet. Zuerst werden die Gewinner der jeweiligen API-Bewerbe verkündet. Dafür muss das entwickelte Projekt mindestens eine der zahlreichen Sponsor-APIs verwenden (z.B. Zalando, Lufthansa, FourSquare, etc.). Nachdem unserer APIs leider Boost und Arduino heißen, haben wir keine besonderen Hoffnungen und werden in dieser Hinsicht auch prompt bestätigt. Als es zur Verkündung des Hauptgewinns kommt sind wir gespannt. Sehr gespannt. Aufgrund des sehr positiven Feedbacks des Publikums auf unsere Präsentation und die allgemeine Begeisterung für unser Projekt rechnen wir uns realistische Chancen auf den Sieg aus. Die Enttäuschung folgt auf den Fuß: Eine App (FourSquare PreCheckIn), deren Sinn sich uns nicht erschließt, gewinnt den ersten Platz. _tch_berlin_10Von den sehr wenigen Hardwareprojekten war kein einziges unter den Gewinnern. Der Gewinner verwendet die API des Hauptsponsors – Zufall? Ohne TechCrunch und den Sponsoren etwas unterstellen zu wollen, möchte ich euch zumindest folgendes mitgeben: If you are aware of the fact, that hardware projects regardless of their awesomness are not going to win anything in the hackathon, please be so honest and write that into your event description. Thank you.
  • 16:00 Wir sitzen beim McDonalds gegenüber unseres Hotels und füllen unsere hungrigen Mägen. Danach heißt es ab ins Bett und ausschlafen für die Heimreise.

Tag 4: Heimreise

  • 08:00 Abreise vom Hotel.
  • 11:00 Kurzer Zwischenstopp beim Autobahn-Brückenrestaurant und Mittagessen.
  • 15:00 Ankunft in Linz.

Zusammenfassung

Wie geht es mit diesem Projekt nun weiter? Wir sind auf jeden Fall entschlossen, es nicht in einer Schublade verschwinden zu lassen, sondern werden das Projekt aktiv weiterentwickeln (so es unsere anderweitigen Verpflichtungen zeitlich zulassen).

Wo kann ich den aktuellen Stand des Projekts verfolgen? Neuigkeiten werden auf dem LXRobotics Blog zu finden sein, im LXRobotics Forum befindet sich eine Kategorie für das Open Radioactivity Warning System. ORWS selbst ist über den Menü-Button ORWS oder über folgende Adresse erreichbar: http://radioactivity.lxrobotics.com/ . Der Sourcecode des Projektes steht unter der MPL 2.0 Lizenz und ist unter https://github.com/lxrobotics/orws einsehbar.

Obwohl wir nichts gewonnen haben, sind wir alle froh, am TechCrunch Disrupt Hackathon teilgenommen zu haben. Wir haben viele gut gelaunte, motivierte und offene Leute kennen gelernt und konnten unsere Idee vor einem großen Publikum erfolgreich präsentieren. Der auf TechCrunch verfasste Artikel hat zusätzliche Interessenten auf uns aufmerksam gemacht – so habe ich bereits mehrere Emails erhalten, u.a. von Safecast, welches ein Sensornetzwerk für Radioaktivität in Japan betreibt. Abschließend möchte ich mich herzlich bei meinem Team bedanken:

Danke, dass ihr bei dieser verrückten Sache mitgemacht habt. Ohne euren Beitrag wäre die Realisierung dieses Projektes nicht möglich gewesen.

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